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5 Werte die richtig gute HR Manager*innen ausmachen!

Was macht eigentlich gute HRler*innen aus?

Die liebe Eva Stock hat mich ganz aktuell zu einer Session für ihren Podcast insight:HR (https://spoti.fi/2Qsp1p1) eingeladen, in welcher wir unter anderem genau darüber sprechen. (Folge geht im Februar online)


Im Vorfeld habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht die eine Ausbildung oder ein bestimmtes Coaching und noch nicht mal die jahrelange Erfahrung sind. Es sind die richtigen Werte die den Unterschied machen! Macht jemand einfach nur einen Job oder ist er/sie fast schon unersetzlich für das Team und das Unternehmen?


Für mich sind es fünf ausschlaggebende Werte, ohne die es im HR einfach nicht rund läuft.


Photo by Brittney Burnett on Unsplash

1 = Fairness


Bei Fairness denkt man sofort an Gerechtigkeit, Kameradschaft, Augenhöhe und Ehrlichkeit. Dinge, die im Miteinander einfach unheimlich wichtig sind, damit eine Gemeinschaft funktioniert. Gerade im Job ist wichtig, dass es Leute gibt, die hierauf achten. Und wer ist dafür besser geeignet als HR?

Wir kriegen mit was in den Teams los ist, wer sich vielleicht sogar unfair behandelt fühlt und sprechen andererseits mit der Führungsebene über Dinge wie Wertschätzung und Mitarbeiter*innenentwicklung. Deshalb müssen wir uns auf beiden Seiten dafür einsetzen, dass nicht immer nur die Personen gehört werden, die am lautesten schreien oder am verbissendsten dran bleiben, wenn es um Gehaltserhöhungen, Weiterbildungen usw. geht. Jeder trägt einen wichtigen Teil zum Erfolg im Unternehmen bei und deshalb sollten die Ressourcen auch immer fair verteilt werden.

2 = Offenheit


Dieser Wert ist für mich mit Abstand der wichtigste im HR. Denn Offenheit ist gleichbedeutend mit der Bereitschaft, sich mit Personen, Fragen und Problemen unvoreingenommen auseinanderzusetzen. Unvoreingenommen zu sein ist einfach in allen Bereichen unserer Arbeit unverzichtbar. Egal, ob es im Recruiting ist (welche Bewerber*innen laden wir zum Kennenlernen ein), in Gehaltsverhandlungen (welche Argumente sprechen für und gegen eine Erhöhung) oder wenn es um das Thema New Work geht (was können wir optimieren, verändern um den Arbeitsplatz für uns alle noch angenehmer und somit den Output für das Unternehmen noch effizienter zu gestalten).

Also egal womit wir uns im HR Projektgeschäft oder im Daily Business beschäftigen, wir müssen erst mal immer offen auf alle Themen und Menschen zugehen, um für alles eine faire Lösung zu finden.


3 = Weiterentwicklung


Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. - Laotse

Ohne den inneren Antreiber zur Weiterentwicklung, staubt nicht nur die HR Abteilung selbst ein, sondern geht im Zweifel nach und nach das ganze Team bzw. das Unternehmen unter.


Erst mal ist es natürlich super wichtig für alle HR Manager*innen sich persönlich weiterzuentwickeln. Egal ob es dabei um regelmäßige Updates zum Thema Arbeitsrecht geht oder man Augen und Ohren offen hält, welche Trends es rund um Employer Branding, New Work usw. aktuell gibt. Wer hier nicht auf dem neuesten Stand oder im Idealfall hin und wieder sogar Vorreiter*in/Vordenker*in ist, bleibt auf der Strecke. Wie soll sich ein Unternehmen auf dem Markt behaupten, wenn die Mitarbeiter*innen nicht mehr happy sind oder sich die Prozesse rund um Recruiting usw. nicht an die allgemeine Digitalisierung und unseren immer schneller werdenden Arbeitsalltag anpassen? Genau. Nämlich gar nicht!

Wenn im HR der Wurm drin ist, bzw. Weiterentwicklung im Schneckentempo passiert, dann hat das meist große Auswirkungen auf das ganze Unternehmen.


Wenn HR nicht rund läuft, hat das meist viele negative Auswirkungen auf das ganze Unternehmen!

Davon mal abgesehen, sollte HR sich natürlich auch proaktiv um die Weiterentwicklung der Kolleg*innen kümmern. Learning by doing ist in einem gut funktionierendem Team eine tolle Sache, aber selbst die/der erfahrenste Art Director zum Beispiel braucht auch mal etwas Input von Außen, um das wiederum ans Team weiterzugeben und in die Projekte einfließen zu lassen. Vor allem da wo es eine oder mehrere Führungsebenen gibt, gilt auch ständiges Updaten! Welche Trends gibt es? Wo gibt es Optimierungsbedarf? Wer benötigt noch mal intensivere Betreuung? Wo klappt es schon richtig gut und warum? Und so weiter...


4 = Empathie


Um wirklich, WIRKLICH gute HR Arbeit leisten zu können, muss man nicht nur verstehen wie Menschen grundsätzlich ticken, sondern vor allem auch ein feines Gespür dafür haben, was hinter dem aufgesetzten Lächeln oder dem wütenden Ausraster steckt. Dafür braucht es entweder unheimlich viel Übung oder einfach einen sehr empathischen Menschen.

So viele Situationen könnten direkt zu anfangs deeskaliert werden, wenn die betroffenen Leute etwas empathischer wären und nicht nur verstehen was das Gegenüber laut ausspricht, sondern eben wieso er oder sie das tut. Wieso rastet meine Chefin in bestimmten Situationen immer wieder aus? Warum leistet mein Kollege in letzter Zeit so schlechte Arbeit, obwohl man das sonst ganz anders von ihm kennt? Wer hier sensibel auf Andere zugeht, der stärkt nicht nur das Vertrauen zur eigenen Person, sondern hilft dabei, den Arbeitsalltag so angenehm wie möglich für alle zu machen.


HRler sollten zwischenmenschliche Übersetzer und manchmal sogar die weiße Fahne in unnötigen Kriegen sein.

Meist steckt viel mehr dahinter. Früh erkannt und im richtigen Moment (ein empathischer Mensch weiß einfach, wann dieser Moment da ist) offen angesprochen kann das meistens Wunder wirken.


Gerade im HR ist es also wichtig, dass wir verstehen warum Menschen wie ticken und wie man, manchmal ninja-mäßig langsam auf Zehenspitzen und manchmal mit einem schnellen lauten Knall, mit solchen Situationen umgehen muss. Das macht uns HRler zu zwischenmenschlichen Übersetzern und manchmal sogar zur weißen Fahne in unnötigen Kriegen.


5 = Abgrenzung


Sich abgrenzen zu können macht natürlich nicht aus ob jemand im HR einen überdurschnittlich tollen oder unterdurchschnittlich schrecklichen Job macht. Aber es hilft sicherlich an so manchen Tagen, Dinge nicht zu sehr persönlich zu nehmen und sie dort zu lassen wo sie hingehören - nämlich ins Büro!

Wer wochenlang von einem "Krisengespräch" verfolgt wird oder nicht damit klar kommt, dass die beste Freundin im Unternehmen gekündigt hat, der wird sich auf Dauer schwer tun und den Job irgendwann verfluchen. Und dafür ist er einfach zu schön. Also öfter mal den Kopf abschalten und sich nicht immer für alles selbst verantwortlich fühlen!


Fazit


Leute, bleibt hungrig, haltet Augen und Ohren auf und helft sowohl den Mitarbeiter*innen als auch der Führungsebene Entscheidungen aus den richtigen Gründen und vor allem auf Basis der richtigen WERTE zu treffen.

Und wenn Ihr es dann auch noch schafft, den Job nicht immer all zu ernst zu nehmen und Euch ab und an auch um Euch selbst zu kümmern und nicht nur um die Anderen, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen. Fingers crossed!


Übrigens: hört gerne in die Podcast Folge rein.

Ist Euch noch etwas Spannendes dazu eingefallen? Hinterlasst gerne direkt hier einen Kommentar oder schreibt mir per Mail, Linkedin, Xing, Instagram...

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