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Wie bekomme ich durch passives Recruiting die meisten/besten Bewerbungen?

Die HR Welt hat sich schon lange gewandelt. Weg von der Administrations-Maschinerie, hin zu einer der strategisch wichtigsten Abteilungen im Unternehmen. Denn wenn das Team nicht stimmt, dann stimmt auch nicht der Output! True story!


Endlich kann nun wirklich jede*r etwas mit Active Recruiting/Sourcing anfangen. Nur was Passive Recruiting/Sourcing eigentlich im Detail heißt, da kommt so manch einer mittlerweile in Erklärungsnot.


Deshalb hier noch mal die Steps, die es im Passive Recruiting zu durchlaufen gilt und wie Ihr das Beste aus jedem dieser Steps macht.


Photo by John Baker

1. Es entsteht eine Vakanz


Der Startschuss im Recruiting (ganz gleich ob Active oder Passive) ist natürlich die zu besetzende Stelle. Hier gilt es erst mal zu klären, ob es eine 1:1 Nachbesetzung ist oder es sich um eine völlig neu geschaffene Position handelt. Die Unterschiede sind gewaltig. In dem einen Fall hat das Team eine ganz klare Vorstellung davon, wen sie haben wollen (im Zweifel nämlich genau die Person die gegangen ist, nur in der Version 2.0) und im anderen Fall muss man Detektiv-Arbeit leisten und sich langsam vortasten.


So oder so ist es unheimlich wichtig, sich mit dem Team auszutauschen, für welches Ihr suchen sollt. Holt Euch ein paar Meinungen und Input ein und vergesst auch nicht, das Budget zu klären!

Ob Ihr eine*n Berufseinsteiger*in sucht oder jemanden für's Management Board, das sollte idealerweise vorher klar sein.


2. Eine Jobanzeige muss her


Ihr habt nun alle nötigen Informationen zur Stelle, zum Team und zum Budget. Die Basis steht, klasse! Nun geht es ans Detail. Was soll rein in die Stellenanzeige? Formulieren wir sie in ganzen Sätzen oder Stichpunkten? Welche Fotos benutzen wir? Was möchten potentielle Kandidat*innen gerne lesen?


Hier gibt es leider keine allgemein-gültige Antwort, denn vor allem muss die Jobanzeige authentisch sein. Das heißt wiederum, dass sie zu Euch passen muss. Seid Ihr eher die Auf-den-Punkt Menschen oder holt Ihr grundsätzlich gerne mehr aus? Wollt Ihr die Stelle nur textlich aufsetzen oder wäre ein kurzes Video dazu genau das Richtige? Was passt zu Eurer Unternehmenskultur? Ihr werdet sehen, die Vorarbeit lohnt sich!


Grundsätzlich gilt aber schon:

- werdet nicht zu ausschweifend

- stellt das Unternehmen und das Team kurz vor

- formuliert klar, welche Skills Ihr braucht und auch, was Ihr zurück geben könnt

- packt Benefits/Goodies direkt in die Jobanzeige

- nutzt authentische Bilder (egal ob Fotos oder Videos)

- testet Eure Anzeige


Macht zwischendrin mal ein kleines A-B Testing. Tauscht mal das Header-Bild aus, nutzt einen anderen Jobtitel oder oder oder. Der Teufel steckt im Detail, wie man so schön sagt.


3. Wo schreibe ich die Stelle aus?


Schwierig, schwierig. Ihr habt die tollste Jobanzeige aller Zeiten und trotzdem wird sich niemand bewerben, wenn Ihr sie nicht entsprechend auch da kommuniziert, wo sie Sinn macht.


Es gibt durchaus Portale, die für fast jeden Job in Frage kommen. Und selbst hier gibt es dann auch noch die kostenlosen und kostenpflichtigen Versionen. Es sollte also gut überlegt sein.


Ein paar Beispiele (keine Werbung, reine Erfahrungswerte!):

- Adminstration/Service Jobs: Nutzt große Portale wie Indeed, Join oder auch die großen kostenpflichtigen

- Kreative Berufe: Hier geht der Trend weg von Portalen. Das meiste passiert auf Linkedin oder durch gut gemachtes Guerilla Recruiting (bzw. hier besonders über Active Recruiting/Sourcing)

- IT/Tech: Hier sollte man vor allem auf spezielle Portale setzen wie honeypot oder StackOverflow


Bester Tipp:

Holt Euch auch hierfür noch mal das Team dazu und fragt die Leute die es wissen müssen, wo sie selbst am ehesten suchen würden. Wie wollen sie mit Euch in Kontakt treten? Was spricht sie an usw.


4. Social Media


Das Recruiting auch gut über alle möglichen Social Media Kanäle möglich ist, sollte mittlerweile auch für niemanden mehr eine Überraschung sein. Auch in diesem Fall ist alles erlaubt, so lange es authentisch ist und wirklich Euch als Unternehmen und Team widerspiegelt.


Hier ist es in erster Linie natürlich wichtig, dass die Jobanzeigen visuell ansprechend und an den jeweiligen Kanal angepasst sind. Das bedeutet, Ihr solltet nicht nur auf die unterschiedliche Formatierung achten was Bilder und Texte angeht, sondern auch die Art und Weise, wie auf diesem Kanal kommuniziert wird.


Denn bei einer gut gemachte Jobanzeige/einem gut gemachten Jobvideo macht es sicherlich einen Unterschied, ob ich auf TikTok ausschreibe und Azubis suche oder ob ich auf Instagram einen Post mache, um seniorige Social Media Experten anzusprechen.


Ihr merkt schon worauf es hinaus läuft: holt Euch das Team dazu, für welches Ihr sucht und interviewt auch mal die Zielgruppe die Ihr ansprechen wollt. Da ist das ein oder andere AHA-Erlebnis noch drin!


5. Karriereseite


Eure Jobanzeige sollte aber nicht nur auf Jobportalen zu finden sein, sondern im besten Falle auch auf Eurer eigenen Website. Eine 1 mit Glitzerstern gibt's obendrauf, wenn Ihr nicht nur die Jobanzeigen auflistet, sondern eine richtige Karriereseite habt.


Hier sollten noch mal Eure Werte, die Teams, Benefits, Goodies usw. zu sehen sein. Tobt Euch aus! Worauf seid Ihr als Arbeitgeber*in besonders stolz? Was macht Eure Zusammenarbeit besonders?


Eine witzige Übung hierbei ist auch, Euch das eigene Unternehmen als Persona vorzustellen. Wie alt ist diese Person? Ist sie eher männlich/weiblich/divers? Ist sie eher nerdig unterwegs, immer ausgestattet mit den neuesten technischen Spielereien oder ist diese Person ein kreativer Chaot durch und durch? Das macht nicht nur Spaß, sondern hilft Euch dabei, die richtigen Insights zu finden.


6. SEO


Einmal raus in dieser Welt, sollte Eure Jobanzeige auch möglichst präsent sein. SEO ist hier das Stichwort. Es geht um Suchmaschinenoptimierung! Hier kann man echt viel richtig und falsch machen und deshalb sollte man sich unbedingt Profis dazu holen. Aber einmal gemacht, wirkt es wahre Wunder.


7. On Top


Eure Jobanzeige hat nun alles was es braucht und ist da zu finden, wo es Sinn macht. Was aber könnt Ihr über die Anzeige hinaus noch machen?


Geht auf Messen, Events, sorgt für eine tolle Außendarstellung. Gerade im Passive Recruiting spielt Employer Branding, also die Arbeitgebermarke eine ganz entscheidende Rolle. Und wie heißt es so schön: tue Gutes und sprich darüber. Also raus mit Euch und Euren Teams!


Die hohe Kunst des Passive Recruiting liegt sicherlich aber auch darin, witzige/sinnstiftende/unvergessliche Guerilla Aktionen ins Leben zu rufen.


Eines der beispielhaftesten Aktionen war die von IKEA (keine Werbung!). IKEA hat in die Möbelpakete jeweils eine Aufbauanleitung für die eigene Karriere beigelegt und die Leute ermuntert, sich bei ihnen zu bewerben. Das Ergebnis waren über 4.000 Bewerbungseingänge und fast 300 Neueinstellungen. Darüber nachzudenken lohnt sich also.


Alles was zu Euch als Unternehmen passt ist auch erlaubt!

Also holt Euch öfter mal die Experten aus den Teams dazu, probiert hin und wieder etwas Neues aus und werdet vor allem auch mal kreativ. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Hier findet Ihr übrigens die Podcast Folge zum Thema:

Spotify https://spoti.fi/2YjJTDn

Soundcloud https://bit.ly/2SlKrEQ

ITunes https://apple.co/2VTwU9K


In Zusammenarbeit mit: https://www.jennifer-seiffarth.com/

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