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Wie Du Dich auf Deine ersten Kundentermine als Freelancer*in vorbereitest.

Aktualisiert: Jan 30

Als HR Managerin durfte ich schon in wirklich vielen Bewerbungsgesprächen sitzen und weiß wie unangenehm das für beide Seiten ist, wenn sich eine Seite nicht gut vorbereitet hat. Da muss man kein Sherlock Holmes sein und knifflige Fragen stellen, um das zu merken.


Schnell ist dann klar, wer sich nicht einmal die Zeit nimmt, sich vorab mit dem Unternehmen oder anders herum mit der/dem Bewerber*in auseinandersetzt, dem kann auch nicht so viel an der Zusammenarbeit liegen.


Das trifft 1:1 auch auf Kundentermine zu. Wenn ich wirklich Interesse habe für einen bestimmten Kunden/eine bestimmte Kundin zu arbeiten, dann mache ich mir vorher ein paar Gedanken und gehe richtig gut vorbereitet in den ersten Termin.


Hier ein paar Ideen, wie Du das am besten anstellst.

Photo by Stefan Cosma on Unsplash

Kenne Deine Kunden


Stalking ist das A und O! Wer ist mein Kunde/meine Kundin? Wie ist die Außenwahrnehmung? Was gibt er/sie über sich preis? Wo finde ich die Unternehmensprofile (LinkedIn, Instagram, Fachseiten…)? Studiere nicht nur die Unternehmens-Website, sondern auch alles was auf Social Media und sonstigen Seiten/Portalen/Foren stattfindet.

Schnell wird Dir klar werden, wieso das Unternehmen aktuell Unterstützung braucht und vielleicht sogar direkt wobei es Hilfe braucht. Im Idealfall hast Du direkt die ein oder andere Idee, die Du zum Kennenlernen als Ass im Ärmel mitbringst.


Wer ist eigentlich mein Gegenüber und womit kann ich helfen?

Im Bereich Human Resources ist das relativ einfach. Ich sehe sofort, wenn auf der Website des Unternehmens zu wenig oder manchmal sogar zu viel gemacht wird. Würde ich mich als potentielle*r neue*r Mitarbeiter*in abgeholt und angesprochen fühlen? Was fehlt mir an Informationen? Wie kommt das Unternehmen als Arbeitgeber*in rüber? Das lässt sich ideal nutzen, um schon beim ersten Treffen hier und da einen kleinen Vorschlag zu machen. Der Kunde/die Kundin merkt sofort dass man ernsthaft interessiert daran ist zu helfen und dass man auch das nötige Know-How mitbringt.


Stelle die richtigen Fragen


Du hast jetzt also schon eine Ahnung, wobei Du als Freelancer*in womöglich helfen könntest. Klasse! Wichtig ist im nächsten Schritt, dass Du herausfindest, was Dein Kunde/Deine Kundin aktuell aus eigener Sicht für Herausforderungen hat. Denn es macht einen großen Unterschied, ob das große Ziel Deiner Buchung als HR Freelancer*in sein soll, im nächsten Quartal 20 Leute einzustellen oder ob Du ein noch nie dagewesenes Weiterentwicklungsprogramm aufsetzen und implementieren sollst. Je konkreter Du nachfragst, umso gezielter kannst Du hinterher ein Angebot machen und Dich entsprechend auf die Buchung vorbereiten.


Ein paar Beispiele:

  • Was ist aktuell Eure größte Herausforderung?

  • Warum ist das so?

  • Gibt es ein übergeordnetes Ziel für 2020?

  • Wer soll involviert sein (PR, Kreation…)?

  • Was sind Eure Erwartungen/Wünsche an mich als Freelancer*in?

  • Was wäre Best Case zum letzten Tag meiner Buchung

Seid kreativ. Geht in die Tiefe und lest vor allem auch zwischen den Zeilen!


Kenne Deinen Wert


Zu guter Letzt ist es unheimlich hilfreich, wenn Du Dir vorab schon Gedanken dazu machst, wie es um Deinen Stunden- oder Tagessatz steht.

Um diesen auch selbstbewusst zu kommunizieren, mach Dir unbedingt klar, welchen Wert Du als Freelancer*in ins Unternehmen bringst.


Nimm Deinen CV zur Hand und gehe noch mal all Deine Stationen durch:

  • Welche Erfahrungen durftest Du schon sammeln, die Dich wirklich weiter gebracht haben?

  • Wie viele Jahre Berufserfahrung bringst Du mit?

  • Wie steht es um Deine Branchenkenntnisse?

  • Hast Du ein großes Netzwerk das Du für Deine Buchung nutzen kannst?

  • Wie viel Deines Wissens wird auch noch nach Deiner Buchung im Unternehmen bleiben

Wenn Du ein Zahlenmensch bist, gib doch mal all diesen Faktoren einen Wert und rechne das zusammen. Ist das ein Stunden-/Tagessatz der sich gut für Dich anfühlt?


Kleiner Tipp: Aus eigener Erfahrung auf Unternehmensseite weiß ich, dass auch hier oft erst mal verhandelt wird. Gar nicht unbedingt weil man Leute zu Dumping-Preisen einkaufen will, sondern weil man mehr Unterstützung braucht, als das Budget hergibt oder oder oder. Also mach Dir vorher neben Deinem idealen Stunden-/Tagessatz auch klar, wo Deine Schmerzgrenze liegt.


Hab Deinen idealen Stunden-/Tagessatz, aber auch Deine Schmerzgrenze immer parat im Kopf!

Das wirkt professionell und hilft Dir selbst total abzuschätzen, bis wohin Du für eine Buchung gehen würdest und wann Du auch mal ein Angebot ablehnst. Denn auch das ist immer eine Option! Wenn Du Dir selbst darüber im Klaren bist, strahlt das sofort mehr Kompetenz aus und das merkt auch Dein Gegenüber.


Nachhalten


Hast Du ein gutes Gefühl nach dem Kennenlernen und total Bock auf den Job? Dann setz Dich doch gleich noch mal an eine kurze Zusammenfassung oder direkt an ein Angebot. Lass den Kunden/die Kundin wissen, dass Du genau der/die Richtige für das Projekt bist. Und dann lass ihm/ihr ein wenig Zeit. Denn gerade wenn man vorher noch nie in diesem Unternehmen gebucht war, ist man sicherlich nicht der/die einzige Freelancer*in im Gespräch. Als Unternehmen braucht es da schon mal den ein oder anderen Tag um sich zu sortieren und eine Entscheidung zu treffen. Jetzt heißt es entspannt bleiben und abwarten.


Du hast Deine Hausaufgaben gemacht:

  • Recherche vorab

  • Die richtigen Fragen gestellt

  • Rahmenbedingungen geklärt

  • Das Unternehmen wissen lassen, dass Du Bock und das nötige Know How hast


Und wenn es diesmal trotz allem nicht klappen sollte, dann weil da draußen ein noch viel tollerer und passenderer Job auf Dich wartet. Da bin ich mir ganz sicher!

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